
Akousa
In vielen Schulen Westafrikas – besonders in Ghana – tragen Schülerinnen und Schüler eine einheitliche Schuluniform. Auch Frisuren sind häufig geregelt: Mädchen schneiden oder rasieren ihre Haare während der Schulzeit sehr kurz. Diese Praxis soll Unterschiede im äußeren Erscheinungsbild reduzieren. Kleidung oder Frisuren können Hinweise auf sozialen Status geben – darauf, wer aus einer wohlhabenden Familie kommt und wer nicht. Einheitliche Erscheinungsbilder sollen deshalb Diskriminierung und Ausgrenzung zwischen Schüler*innen vorbeugen. Historisch sind diese Schulregeln eng mit der kolonialen Geschichte des Landes verbunden. Als Ghana noch unter britischer Herrschaft stand und „Gold Coast“ genannt wurde, brachten europäische Missionare im 19. Jahrhundert ihr Bildungssystem mit. Mit diesen Missionsschulen wurden auch Schuluniformen eingeführt, die bis heute das Erscheinungsbild vieler Schulen prägen. Das Bild „Akousa“ greift diese Realität auf. Die Form erinnert an den rasierten Kopf einer Schülerin – ein Symbol für Anpassung, Disziplin und Gleichheit innerhalb eines Systems. Gleichzeitig entfaltet sich im Inneren ein intensives Farbspiel. Die Farben stehen für Vielfalt, Individualität und die vielen Identitäten, die hinter der scheinbaren Gleichförmigkeit verborgen bleiben. Der Titel „Akousa “ bezieht sich auf eine ghanaische Tradition der Wochentagsnamen. In Ghana erhalten Kinder häufig einen Namen entsprechend dem Tag ihrer Geburt. Akousa ist ein Name für Mädchen, die an einem Sonntag geboren wurden. Diese Namen verbinden Menschen mit Gemeinschaft, Herkunft und kultureller Identität.
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